Bulletin 110, December 2000
SVI / FSI
Schweizerischer Verband der Informatikorganisationen
Fédération Suisse des Organisations d'Informatique

Site Web : www.svifsi.ch

(Auszug aus dem Protokoll der 21. Delegiertenversammlung vom 18. Mai 2000)

Schwerpunktthema "Informatikausbildung" C.A.

Zehnder benützt die Gelegenheit, die Frage der in der Schweiz fehlenden Informatiker zu thematisieren. Das Problem ist, dass die Politik und die Öffentlichkeit das Problem gar nicht richtig überblicken. Stark steigend ist seit 1980 die Zahl der Informatik-Anwender, während die Zahl der Informatik-Fachleute auf dem Niveau von 110'000 praktisch stabil geblieben sind. Natürlich hat sich ihre Aufgabe im Laufe der Zeit geändert. Der heute reklamierte Mangel an Informatikern kann aber auch nicht mit Zuzug von Personen aus dem Ausland behoben werden, da weltweit ein Informatikermangel herrscht. Abhilfe kann nur die gezielte Weiterbildung der Schweizer Informatiker bringen, da ihre Ausbildung oftmals sehr spezifisch angelegt war.

C.A. Zehnder unterscheidet zwischen 3 verschiedenen Wissensqualitäten, dem kurzlebigen Produktwissen (ca. 2 Jahre), dem Konzeptwissen (>10 Jahre) und dem Erfahrungswissen (>20 Jahre). Das Produktwissen hat zwar einen sehr hohen Marktwert, setzt aber Konzeptwissen voraus. Durch gezielte Wissensergänzung können die "alten" Informatiker weiterhin nützlich eingesetzt werden. Die permanente Weiterbildung ist in der Schweiz noch nicht selbstverständlich, nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei ihren Arbeitgebern.

In den Ausbildungsbereich ist die Schweiz sehr spät eingestiegen und es hat anfangs der 90-iger-Jahre auch negative Signale gegeben, welche z.B. die Studentenzahlen an der ETH wieder sinken liessen. Auch im Fachhochschulbereich werden zu wenig Informatiker ausgebildet, weil die Berufslehre Informatik als Voraussetzung lange Zeit gefehlt hat.

Von den ca. 110'000 Informatik-Fachleuten in der Schweiz haben nur ca. 10'000 einen tertiären Informatikabschluss. Die meisten sind Quereinsteiger. Das BBT ist nun an die Neugestaltung der Informatik-Lehre gegangen, und auch im Weiterbildungsbereich hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden. In Zukunft gilt "Wer lehrt, prüft". Das bedeutet aber, dass sich die Informatikverbände für die Qualitätssicherung einsetzen müssen. Sie müssen aber auch die Weiterbildung fördern, durch eine koordinierte Weiterbildungsoffensive.

Statutenänderung (neu: SVOR 1 Delegierter (statt 2))

Die Mitgliedorganisationen beteiligen sich am Verband im Verhältnis ihrer eigenen Mitgliederzahlen über Delegierte. Jeder Mitgliedorganisation steht je 1 Delegierter zu auf 200 ihrer Mitglieder oder auf einen 100 übersteigenden Rest, mindestens aber 1 Delegierter. Als Mitglieder zählen natürliche Personen einfach, Kollektivmitglieder (Firmen etc.) doppelt. Diese Mitgliederzahlen sind dem Verband jährlich bekanntzugeben.

Hans-Jakob Lüthi, SVOR Vertreter
hans-jakob.luethi@ifor.math.ethz.ch


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